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Datenschutzdokumentationswahnsinn ADV Vertrag

Mit wem muss ich denn nun ADV Verträge schließen?

Die Begriffe Verarbeiter und Auftragsverarbeiter stellen eigentlich eine Vereinfachung dar. In der alten Gesetzeswelt waren Begrifflichkeiten deutlich komplexer. Dennoch, es gibt Erklärungsbedarf.

Verarbeiter ist jeder der personenbezogene Daten in irgendeiner Art verarbeitet, d.h. weiterleitet, erhebt, zugreift, speichert, verändert oder löscht. All diese Tätigkeiten fallen nun unter den Verarbeitungsbegriff.

Auftragsverarbeiter ist, wer in diesem Zusammenhang von Ihnen als Unternehmen eingekauft –also weisungsgebunden beauftragt- wird um Daten für Sie zu verarbeiten.

Gemäß Artikel 28 DSGVO sind alle Unternehmen angehalten, mit ihren Auftragsverarbeitern datenschutzkonforme Verträge abzuschließen, landläufig ADV Vertrag genannt. Die große Verunsicherung nun ist: Mit wem muss ich ADV Verträge abschließen?

Wenn man an jeden denkt, der Daten in irgendeiner Art verarbeitet, würde das in der Konsequenz ja bedeuten können, ADV Verträge mit jedem Materiallieferanten zu schließen.

In dem Augenblick, in dem Sie die Adressdaten ihres Kunden an einen Hersteller senden, um dort eine Waschmaschine auszuliefern, verarbeitet er ja Daten. Stop! Gott sei Dank dürfen Sie noch sinnbezogen arbeiten und müssen nicht mit Alles und Jedem ein Datenverarbeitungsvertrag erzeugen.

Auf Lieferantenseite sind klassischerweise mit ADV Verträgen einzupacken alle, die Zugriff auf Ihre EDV Anlagen haben, das sind externe IT-Dienstleister, das sind outgesourcte ERP-Prozesse oder outgesourcte Lohnverarbeitungsprozesse oder outgesourcte Marketingprozesse, eventuell Dienstleister mit Zugriff auf Einbruch-, Zutrittskontrollen oder sonstige Überwachungssysteme.

Nicht betroffen sind Lieferanten, die zwar theoretisch Kenntnis von Betriebsinternas erhalten können, aber dabei kein Zugriff auf EDV-Anlagen erforderlich ist, wie bei reinen Post und Lieferdiensten oder Reinigungs- und Hausmeisterservices.

Wenn Sie selbst Dienstleistungen verkaufen, die Zugriff auf EDV-Anlagen beinhalten, weil sie beispielsweise IT-Dienstleistungen an Dritte anbieten oder Zugriff auf Video-Zutrittskontrollanlagen Ihrer Kunden haben im Rahmen fester Serviceverträge, dann sollten Sie Ihren Kunden einen ADV-Vertragsabschluss anbieten.

Siehe auch:

Mustervertrag-ADV-DS-GVO

 

WIKI – Auftragsverarbeiter